Bosnien-Herzegowina

Berufsschulen für Kriegsopfer

Die berufliche Erstausbildung in Bosnien und Herzegowina wurde ausschließlich in schulischer Form durchgeführt. So gelang es der Stiftung, in Sarajewo ein Netzwerk verschiedener Schulen zu bilden, in denen die folgenden Fachrichtungen angeboten werden.

  • Metalltechnik

  • Eisenbahn- und Elektrotechnik

  • Verkehrstechnik

  • Textiltechnik

  • sowie für Hotel- und Gaststättenwesen und Tourismus

 

Die Vergabe der Mittel wurde mit den Schuldirektoren gemeinsam erörtert und demokratisch abgestimmt. Dementsprechend wurden den Schulen diverse Werkstattausstattungen zur Verfügung gestellt. Ferner wurden mehrere Ausbilder der Schule für Textiltechnik im Rahmen eines Fortbildungsprogramms nach Berlin eingeladen. Im Gegenzug fuhren mehrere Ausbildungsmeister aus Berlin in die Schulen nach Sarajevo, um vor Ort die Ausbilder fortzubilden. Darüber hinaus gehörte die Unterstützung durch zahlreiche Unterrichtsmaterialien zu diesem Förderprogramm. So konnte den Schulen die durch den Krieg zerstörten bzw. abhanden gekommenen Werkstattausstattungen innerhalb weniger Monate zum größten Teil ersetzt werden.


Ein ähnliches Projekt plante die Stiftung auch in Tuzla im Nordosten des Landes. Während eines Besuches dort musste jedoch festgestellt werden, dass die meisten Schulen nicht förderungswürdig waren. Eine Ausnahme bildete die Baufachschule. Aufgrund der Arbeit einer sehr engagierten Direktorin gelang es dort mit großer Eigeninitiative, Wochenendtätigkeiten der Lehrer sowie durch Spenden, die Schule in einen vernünftigen Zustand zu bringen.

Die Stiftung entschied sich für eine finanzielle Soforthilfe und lieferte innerhalb kürzester Zeit Ausbildungsmaterial für die Berufe Maurer, Maler und Lackierer. Der Werkzeughersteller Gühring stellte darüber hinaus Werkzeuge zur Verfügung, und einige Berliner Firmen spendeten der Textilfachschule 100.000 Meter hochwertiger Stoffe. Durch diese gezielte und fachgerechte Hilfeleistung wurde auch diese Schule in die Lage versetzt, ihr Ausbildungsprogramm praxisgerecht zu vermitteln. Da die Ausbilder dieser Schule hoch motiviert waren und über sehr gute Fachkenntnisse verfügten, bestand hier nicht die Notwendigkeit einer Ausbildung der Ausbilder. Darüber hinaus wurde der Technischen Universität Sarajevo von der Stiftung eine hochwertige CAD-Anlage mit ausgezeichneten Softwareprogrammen für Metall-, Bau- und Haustechnik übergeben. Außerdem entschied sich die Stiftung, in der bestehenden Metallschule in Sarajevo vier Werkstatträume komplett wiederherzurichten und neu auszustatten.


Hier kam es auch zu ersten Kontakten mit dem vor Ort tätigen Arbeitsstab Schlee (Beauftragter der Bundesregierung für Flüchtlingsrückkehr und rückkehrbegleitenden Wiederaufbau) sowie der Deutschen SFOR und CIMIC (Civil-Military Co-operation). Zu unserer großen Freude übernahm die SFOR die offizielle Vertretung der Stiftung in Bosnien und Herzegowina und ließ sie in Sarajevo als Humanitäre Organisation registrieren. Die hierfür notwendige Genehmigung durch das Verteidigungsministerium in Bonn wurde innerhalb von nur zwei Tagen erteilt. Der CIMIC-Verband der SFOR leistete tatkräftige Unterstützung bei der Herrichtung der erwähnten vier Räumlichkeiten, für die die Stiftung diverse Dreh-, Fräs- und Schweißmaschinen, Werkbänke, Werkzeuge sowie Unterrichtsmaterialien lieferte. Am 21. März 1998 konnten diese Werkstätten durch den damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Herrn Eberhard Diepgen, eröffnet werden und wurden fortan sowohl von den 800 Schülern der Schule für Metalltechnik als auch von den Teilnehmern der Stiftung benutzt. Somit konnte das erste Projekt in Bosnien und Herzegowina, gefördert durch die Ausländerbeauftragte des Senats von Berlin, erfolgreich beendet werden.

 

 

press to zoom

press to zoom

press to zoom

press to zoom
1/14