Bosnien-Herzegowina

Im Frühsommer 1997 beteiligte sich die Stiftung am Qualifizierungsprojekt
„Freiwillige Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina“ der
Ausländerbeauftragten des Senats von Berlin. Sie übernahm einen kleinen
Auftrag, zunächst 12 Jugendliche drei Monate lang in Berlin auszubilden, um
sie später in Sarajevo in einer Schule oder in einem Betrieb unterzubringen.
 
Diese Aufgabe machte es erforderlich, eine Informationsreise vor Ort
vorzunehmen, um die Möglichkeiten für den zweiten Teil der Ausbildung zu
erkunden. Das Ergebnis war verheerend. Es gab weder Arbeitsplätze, noch
waren die Schulen aufgrund der fehlenden Ausstattung in der Lage,
vernünftigen Unterricht zu erteilen.

 

Parallel zu den dargestellten Tätigkeiten wurde die Stiftung in Berlin

aufgefordert, zusätzliche Mittel bei der Europäischen Kommission in Brüssel

zu beantragen, um das Projekt im größeren Rahmen fortführen zu können.


So entstand das „Projekt OTA – Ausbildungsnetzwerk Sarajevo zur

Qualifizierung zurückkehrender jugendlicher bosnischer Flüchtlinge“. Der

Antrag wurde genehmigt und erste Mittel zur Verfügung gestellt.


Inhalt dieses Projekts war es, jugendliche Flüchtlinge in Berlin im Rahmen eines 6-wöchigen Motivationskurses zur Rückkehr zu motivieren, um sie später in einer der fünf Schulen in Sarajevo in Sonderklassen zu unterrichten, damit sie den Abschluss innerhalb eines Jahres schaffen. Hierfür wurden in den fünf Schulen zahlreiche neue Lehrer und Sozialpädagogen eingestellt und Sonderklassen eingerichtet.


Diese Maßnahme der Stiftung erwies sich als dermaßen erfolgreich, dass die Kapazitäten in Sarajevo innerhalb kürzester Zeit erschöpft waren – und das noch bevor die Aktivitäten in Berlin bzw. Deutschland überhaupt begonnen hatten. Allein das Bekanntwerden der stark verbesserten Schul- und Wohnsituation in Sarajevo reichte den Flüchtlingen als Motivation, nicht länger in Deutschland zu bleiben und unmittelbar in ihre Heimat zurückzukehren.

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