Geschichte 

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Die Gesellschaft für berufliche Bildung OTA GmbH (gemeinnützig) wurde am 3. Oktober 1983 in Berlin-Kreuzberg, Schlesische Straße 26, gegründet. Der Name OTA ist eine Namenszusammensetzung aus OTremba und TAnyildiz. Dietmar Otremba unterstützte Erman Tanyildiz bei der Gründung mit Rat, Tat und Kapital.

 

Zu diesem Zeitpunkt waren mehrere etablierte Träger auf dem Bildungsmarkt. In der Regel waren dies Einrichtungen der Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerverbände, kirchliche oder sonstige Wohlfahrtseinrichtungen, die bundesweit tätig waren. Um in diesen geschlossenen Markt einen Weg zu finden, musste sich Erman Tanyildiz etwas einfallen lassen. Die Lösung war die Einführung allerneuester Technologien auf dem Bildungsmarkt sowie die Durchführung praxisorientierter Bildungsmaßnahmen. Durch institutionelle Fördermittel sowie einen hohen Eigenkapitaleinsatz wurden CNC-gesteuerte Dreh-, Fräs- und Senkerodiermaschinen für die Ausbildung von Werkzeugmachern angeschafft, CNC-Fräs- und Drehkurse für Metallfacharbeiter angeboten und für die angehenden Kunststoff-Formgeber CNC-gesteuerte Spritzgießmaschinen angeschafft.

 

In der Bekleidungsindustrie fand 1983 eine Umstrukturierung des Arbeitsmarktes statt. Die Produktion wurde immer mehr ins Ausland verlegt und den langjährigen Akkordnäherinnen drohte die Arbeitslosigkeit. Die Muster für die Auslandsfertigung sollten aus Qualitätsgründen weiterhin im Inland gefertigt werden. So war es die Aufgabe der OTA, aus den Akkordnäherinnen, die jahrelang Einzelteile gefertigt hatten, Bekleidungsfertiger auszubilden, die in der Lage waren, komplette Stücke herzustellen. Das war die Geburtsstunde der Übungswerkstatt „OTA Nähfix“. Hier wurden alle Abteilungen eines Bekleidungsbetriebes eingerichtet und 80 Teilnehmer/innen unter echten Praxisbedingungen ausgebildet. Der enorme Stoffbedarf konnte nur durch den Wiederverkauf der genähten Teile abgedeckt werden. Die von der Arbeitsagentur kalkulierten 0,50 Pfennig pro Stunde reichten hierfür bei weitem nicht aus. Die Übungswerkstatt „OTA Nähfix“ bekam auch stets eine große Unterstützung der Berliner Bekleidungsindustrie. Auch im Bereich des Zuschnittes war die OTA Vorreiter und setzte als erstes Unternehmen in Berlin zwei Schnittbildcomputer mit angeschlossenem Lasercutter ein. Ein großer Erfolg der Übungswerkstatt „OTA Nähfix“ war die Präsentation der gefertigten Teile auf der damaligen Berliner Modemesse „offline“.

 

Nach einer kurzen Einführungsphase gehörte die OTA bereits sehr bald zu den bewährten Bildungsträgern in Berlin.

 

Darüber hinaus wurden Umschulungsmaßnahmen in allen einschlägigen Berufsfeldern durchgeführt. Am ersten Standort der Gesellschaft in Berlin-Kreuzberg wurden auch außergewöhnliche Maßnahmen realisiert. Dazu gehörte die Ausbildung zum Bootsbauer. Im Rahmen dieser Ausbildung fertigten 20 schwer erziehbare Jugendliche für den Landeskanuverband Berlin insgesamt 67 Kanus, die dem Verein am Ende der Ausbildung feierlich übergeben wurden. Eine weitere Maßnahme war der Bau von Seifenkisten für das alljährlich in Berlin stattfindende Seifenkisten-Rennen.

 

Im Bereich der Sportphysiotherapie, Lymphdrainage und Ödemtherapie fand eine Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Ostseeklinik in Damp statt.

 

Ebenfalls im ersten Jahr gab es bereits das erste Auslandsprojekt in der Türkei. Auf Anregung des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Dr. Richard von Weizsäcker, wurde ein Projekt entwickelt, das zur Lösung der Probleme heimgekehrter Gastarbeiterkinder beitragen sollte. In der ländlichen Gemeinde in Kocaali am Schwarzen Meer wurde ein passendes Gebäude gefunden, als Hotel ausgebaut und dort eine Hotelfachschule eingerichtet. Als Besonderheit wurde das deutsche duale Schulsystem auf die Ausbildung in der Türkei übertragen. Trotz sehr guter Erfolge wurden die Fördermittel leider schon nach fünf Jahren wieder gestrichen.

 

Aus dieser Zeit stammt die nun schon seit Jahrzehnten andauernde Freundschaft zwischen Erman Tanyildiz und Ulf Fink, damaliger Senator für Gesundheit und Soziales des Landes Berlin.

 

Nach der Wiedervereinigung wurde die OTA – wie allen anderen etablierten Bildungsträger in Berlin – aufgefordert, zusätzliche Bildungsmaßnahmen im Ostteil der Stadt anzubieten.

 

Bereits kurz nach dem Fall der Berliner Mauer wurden Mitarbeiter der Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke (BMWH) vorstellig, um die von der Schließung bedrohte Berufsschule des Betriebes zu retten, in der bereits viele namhafte Persönlichkeiten ausgebildet wurden. Nach Gesprächen mit dem Vorstand der BMHW wurde kurz entschlossen diese Berufsschule mit ihren 30 Mitarbeitern übernommen. Innerhalb weniger Wochen verwandelte sich diese Berufsschule zu einem Technologiezentrum mit verschiedenen CNC-gesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen sowie Senk- und Drahterodiermaschinen für den Werkzeugbau.

 

Die Werkstätten wurden offiziell durch den damaligen Senator für Arbeit, Herrn Edmund Wronski, eröffnet. Im Rahmen dieser Eröffnung wurden vier weitere Einrichtungen Berliner Träger eingeweiht. Während die anderen Einrichtungen sich noch in der Bauphase befanden, liefen bei OTA die Maschinen bereits auf vollen Touren. Beim anschließenden Empfang wurde die OTA aufgefordert, weitere Plätze anzubieten. Der Vorstand der BMHW schlug vor, den von der Stilllegung bedrohten Standort der Kronkorkenproduktion in Lichtenberg zu übernehmen. Ziel war es, den über 1.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern der BMHW im Rahmen von Bildungsmaßnahmen den Einstieg in den für sie neuen Arbeitsmarkt zu erleichtern.  So entstand der jetzige Hauptsitz in Berlin-Lichtenberg.

 

Parallel dazu wurde eine weitere Partnerschaft mit der Berufsschule für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft „Edwin Hörnle“ in Berlin-Weißensee eingegangen. Innerhalb kürzester Zeit entstand eine Bildungseinrichtung für den kaufmännischen und den grünen Bereich. Dann passierte etwas Seltsames. Bei der Abwicklung der Berliner Schulen blieb diese Berufsschule auf der Strecke, weil sie als einzige Schule dem Magistrat für Wirtschaft und nicht für Bildung unterstellt war. Während gemeinsame Maßnahmen der beruflichen Bildung durchgeführt wurden, bekamen die Mitarbeiter der Berufsschule „Edwin Hörnle“ ihre Kündigung vom Magistrat für Wirtschaft. Kurz nach Aushändigung der Kündigungen fanden noch am gleichen Tag die Einstellungsgespräche für die Mitarbeiter statt. Um Mitternacht wurde der letzte Mitarbeiter der Berufsschule „Edwin Hörnle“ bei der OTA eingestellt und somit vor der drohenden Arbeitslosigkeit bewahrt. Das führte jedoch dazu, dass auf dem Grundstück in Berlin-Weißensee zwei Schulen nebeneinander existierten.

 

Eine Finanzierungszusage der Weltbank für die staatliche Schule veranlasste Erman Tanyildiz sich zurückzuziehen, damit der geplanten Förderung zur Entstehung einer modernen Schule für den Gastronomiebereich nichts mehr im Wege stand, obwohl das Grundstück gemäß einem Beschluss des Magistrats für Wirtschaft eigentlich von der OTA übernommen werden sollte.

 

Ein paar Jahre später hat die OTA eine von der Schließung bedrohte Behinderteneinrichtung mit 160 Teilnehmern und 35 Mitarbeitern und einem Wohnheim für diesen Personenkreis im Auftrag des Landesarbeitsamtes Berlin und Brandenburg übernommen. So entstand ein unvergleichbar qualifiziertes Team aus drei verschiedenen Trägern und der Gründungsmannschaft der OTA Kreuzberg.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte die OTA bereits 2.500 Teilnehmer in vier verschiedenen Ausbildungsstätten in Kreuzberg, Lichtenberg, Neukölln und Schöneweide sowie in dem Wohnheim in Mitte.

 

Im Jahr 1997 beschloss der Vorstand die Konsolidierung der OTA und die Konzentration auf den Bereich der beruflichen Rehabilitation. In diesem Zusammenhang fand eine Betriebsspaltung statt, und es entstanden die drei Betriebsbereiche Lichtenberg, Kreuzberg und Neukölln. Der Bereich in Lichtenberg verblieb bei der OTA, Kreuzberg wurde einem bewährten Mitarbeiter übertragen und in Neukölln entstand das Bildungswerk in Neukölln.

 

Durch die Vermietung der stiftungseigenen Räumlichkeiten und Ausstattungen konnten hohe Einnahmen generiert werden, die in den folgenden Jahren zur Finanzierung von verschiedenen Projekten verwendet wurden.

 

2010 erhielt das OTA Ausbildungszentrum die Anerkennung als vergleichbare Einrichtung der beruflichen Rehabilitation gemäß § 35 SGB.

 

Näheres unter:  www.ausbildung-ota.de